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Ein Klangwerk für die Klang-Kirche in Bergen Enkheim

Der Gedanke, ein Instrument für eine Klangkirche zu bauen, war von Anfang an faszinierend. Ein Klangwerk sollte es sein, dem sich weitere Klänge anschließen können – vor allem – das auch den Hörer in das Klangerlebnis mit einbeziehen kann. Die Wahl, das Instrument ebenerdig in den großzügigen Altarraum zu stellen, kam dem sehr entgegen. Hier können sich weitere Klanginstrumente, Musiker, Sänger und der Hörer selbst im großen Klangchor wiederfinden und eins werden in der Liturgie, Gottesdienst und Konzert.

Das relativ kleine Instrument – zierlich sieht es durch seine dem Raum entnommenen Proportionen aus – möchte neue Wege im Orgelbau gehen. Eingeflossen ist hier der Erfahrungsschatz aus dem langjährigen instrumentenbaulichen Fundus, gegründet in der Auseinandersetzung der Musik J.S.Bachs und derzeitiger Musik. Bach hat Musik geschrieben, die weit in die Zukunft reicht und immer wieder neu erschlossen werden kann. Ein Instrument für die Musik Bachs und die heutige Musik hat viele Gemeinsamkeiten – Gravität – Klarheit – Farbigkeit. Gravität ist die Basis des neuen Instrumentes in der Klangkirche in Bergen Enkheim. Sein Ton-Umfang reicht eine Octave tiefer, als die menschliche Stimme singen kann – einem 32 Fuß, der im Pedal spielbar ist. In dieser Dimension gründet sich das Plenum im Manual – leuchtend und klar durch die gute Akustik im Raum. Zwei weitere Baß-Register stehen diesem Werk zur Verfügung, ein stiller, dunkler Bordun und ein gut hörbares, farbenreiches Fagott, sie  verleihen dem Werk Gravität und Festlichkeit.

Das Besondere des Instrumentes sind die farbenreichen, sehr ausgeprägten Einzelstimmen. Hier finden sich sphärische Streicherklänge in vielen Schattierungen – poetische Flöten – eindringliche Töne eines Horns und Oboe und die klagende Stimme der Vox humana. All dies kann zudem in unterschiedlicher Lautstärke, veränderter Klangfarbe, von weitherkommend, nuancenreich gespielt werden.

 

Ein Klangwerk bedeutet mehr als das Herkömmliche - vor allem bei einer kleineren Orgel: bestimmende, rufende Glockentöne, die mit den Händen und Füßen angespielt werden können – eine Trommel, die besondere Akzente in der Musik setzen kann – und eine Winddrossel, die die Stimmen im Schwellwerk in neuzeitliche Klänge verwandeln kann. Das Klangspektrum dieser Pfeifen wird vielfältiger genützt – in Flageolet-Tönen – zu kaum hörbaren Tönen, um sich letztendlich in nichts aufzulösen.

Das Instrument Orgel kann heute mehr als das historisch überlieferte Instrument sein. Wie der Lobpreis der Kirche, muß auch die Orgel sich Neuem öffnen. Das Klangwerk in der Klangkirche in Bergen Enkheim ist eine Synthese von gewandelter, überlieferter europäischer Orgel-Kultur und der Erfahrung eigener Klänge. Sie sind eingebettet in einer modernen Technik und einem neuem Äußeren.